Publikation zum Projekt "Versuch und Experiment"

 

Rössler, Reto: Vom Versuch. Bauteile zur Zirkulationsgeschichte einer impliziten Gattung der Aufklärung. Berlin, Kadmos 2017.

Die Aufklärung errichtet Systeme, zuvor und vermehrt aber entwirft sie ihr Wissen in Versuchen. Der Versuch der Aufklärung bewegt sich hier in einem epistemischen Zwischenraum, er partizipiert an der aufkommenden Experimentalkultur wie auch der Praxis des essayistischen Schreibens, ohne gleichsam in einer von beiden vollends aufzugehen. Die Studie nimmt es mit einer im 18. Jahrhundert immens beliebten, dort jedoch meist implizit gebliebenen und in der Forschung bislang unberücksichtigten Gattung auf. Sie verfolgt Möglichkeitsbedingungen und ‚Zirkulationsbewegungen‘ des Versuchs in verschiedenen Erkenntnisfeldern wie auch sein rasches ‚Ende‘ an der Wende zum 19. Jahrhundert.

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 Publikation zur Tagung „Literatur zwischen Staatenbeschreibung und Statistik“

 

Berg, Gunhild/Török, Borbála Zsuzsanna/Twellmann, Marcus (Hg.): Berechnen/Beschreiben. Praktiken statistischen (Nicht-)Wissens 1750-1850. Berlin, Duncker & Humblot 2015. 

Der Band versammelt wissens- und wissenschaftshistorische Beiträge aus der Geschichts- und Literaturwissenschaft sowie der Soziologie, die Praktiken der Statistik im Hinblick auf unterschiedliche Weisen der Produktion von (Nicht-)Wissen analysieren. In der Zeit von 1750 bis 1850 orientiert sich die Rede über die Statistik zunehmend an einer Unterscheidung zwischen Operationen des Zählens und Rechnens einerseits und solchen des Beschreibens andererseits. Während Erstere zum Inbegriff einer bald dominant mathematischen Statistik werden, finden die Letzteren Aufnahme im Bereich der Literatur. Als die Zahlenlawine ins Rollen kommt, entsteht gleichzeitig eine Buchstabenflut von Landesbeschreibungen, Reisebildern, Sittengemälden und Sozialreportagen. Diese unterschiedlichen Empirie- und Wissensformen werden in ihrem spannungsreichen Wechselverhältnis betrachtet.

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Publikation zum Workshop „Wissenstexturen“

 

Berg, Gunhild (Hg.): Wissenstexturen. Literarische Gattungen als Organisationsformen von Wissen. Frankfurt et al., Peter Lang 2014.

Literarische Gattungen sind Wissensformate und -praktiken. Sie form(ul)ieren, organisieren, strukturieren, kurzum: texturieren Wissen. Der Band geht der Frage nach, welches Wissen Gattungen mithilfe der ihnen eigenen Texturen wie arrangieren. Welches Gattungswissen wird tradiert? Welche extratextuellen Objekte, Muster oder Bilder wirken in literarischen Gattungen? Die Beiträge analysieren etablierte ebenso wie originelle, kurzlebige Gattungen des späten 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts, deren Entstehung und Veränderung epistemische Brüche markieren. Dazu zählen Idylle, Novelle, Fragment, Rhapsodie, Ansicht, Porträt, Denkmal, Galerie, Panorama, Guckkasten, Daguerreotypie, Zukunftsbild, Experimentalroman, Studie, Dialogroman und Tatsachenroman. 

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