Das DFG-Projekt „‚Versuch‘ und ‚Experiment‘. Konzepte des Experimentierens zwischen Naturwissenschaft und Literatur (1700-1960)“ (BE 4065/4-1) erarbeitet das historische Verhältnis von Experiment und Literatur anhand der Geschichte der dafür zentralen Begriffe „Experiment“ und „Versuch“, indem es deren Verwendung für literarische Werke als historische Bedeutungsaushandlungen, -veränderungen und -verschiebungen zwischen naturforschendem, philosphischem, ästhetisch-literarischem und literaturwissenschaftlichem Bereich untersucht.

 

Ein um die Begriffe „Experiment“ und „Versuch“ zentriertes Projekt gründet damit auf einer interdisziplinär zu erstellenden Begriffsgeschichte, die die den Begriffen in den verschiedenen Diskursen eingeschriebenen Definitionen, Praktiken und Wertungen analysiert. Es zielt damit auf eine Geschichte der Überschneidungen und Abgrenzungsbemühungen von literarischen, ästhetischen und wissenschaftlichen Diskursen mithilfe der Prägung, Teilhabe, Umdeutung und Zurückweisung der Begriffe „Versuch“ und „Experiment“.


Das Projekt innoviert damit, das „Experiment“ in der Literatur nicht nur als Metapher oder Analogie zu begreifen, indem es die historisch veränderlichen Bedeutungen der Begriffe erarbeitet. Es setzt gezielt vor der Trennung der natur- und geisteswissenschaftlichen Kulturen an ihnen gemeinsamen neuzeitlichen Schlüsselbegriffen an, um ihren interdisziplinären Austausch in der Gegenwart zu befördern.